{"id":2266,"date":"2026-04-08T08:39:26","date_gmt":"2026-04-08T08:39:26","guid":{"rendered":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/?p=2266"},"modified":"2026-04-08T08:39:27","modified_gmt":"2026-04-08T08:39:27","slug":"thomas-pynchon-schattennummer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/p\/thomas-pynchon-schattennummer\/","title":{"rendered":"Thomas Pynchon: Schattennummer"},"content":{"rendered":"<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/buecher-books-libros.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/0B1534E9-DE88-46CF-8111-9F64C68E827B-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2267\" style=\"width:868px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/buecher-books-libros.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/0B1534E9-DE88-46CF-8111-9F64C68E827B-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/buecher-books-libros.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/0B1534E9-DE88-46CF-8111-9F64C68E827B-225x300.jpeg 225w, https:\/\/buecher-books-libros.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/0B1534E9-DE88-46CF-8111-9F64C68E827B-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/buecher-books-libros.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/0B1534E9-DE88-46CF-8111-9F64C68E827B-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/buecher-books-libros.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/0B1534E9-DE88-46CF-8111-9F64C68E827B-9x12.jpeg 9w, https:\/\/buecher-books-libros.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/0B1534E9-DE88-46CF-8111-9F64C68E827B-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt Alterswerke, die besser nicht publiziert worden w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu meiner gro\u00dfen Entt\u00e4uschung f\u00e4llt \u201eSchattennummer\u201c, der mit viel Brimborium angek\u00fcndigte Roman des gro\u00dfen Geheimnisvollen der US-amerikanischen Literatur, Thomas Pynchon, in diese Kategorie.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Handlung spielt in den USA kurz vor Aufhebung der Prohibition, der Held ist Hicks, ein immer klammer Privatdetektiv, der im fr\u00fcheren Leben als \u201eSchl\u00e4ger des Kapitals\u201c seinen Unterhalt dadurch gesichert hatte, dass er streikende Arbeiter krankenhausreif schlug. Seine Mutter ist mit einem Zirkusartisten durchgebrannt, sein Onkel Lefty ist Anh\u00e4nger von Hitler\u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>Hicks neuer, unfreiwilliger Auftrag: Die Tochter, Ex-Geliebte von Hicks, eines seit langem abgetauchten Gangsterbosses suchen, um sie zu ihrem Verlobten zur\u00fcckzubringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Anfang war recht einladend, man hatte Hoffnung, aber dann\u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Roman, sofern man das Buch als solchen bezeichnen will, leidet an einem \u00fcberfrachteten Personaltableau und zu vielem, meist unverst\u00e4ndlichen, mit sich jagenden Abk\u00fcrzungen langweilenden Lokalkolorit. Es vergeht einem schnell auch die Lust, bei Dr. Google irgendwas zu suchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt herrscht eine ziemlich bleihaltige Luft, kein Wunder bei der F\u00fclle von einschl\u00e4gigen Organisationen wie Syndikaten, der Mafia, Motorradgangs bis hin zu Nazi-Jugendbanden in Chikago.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, zugegeben, ab und an st\u00f6\u00dft man auf gelungene Formulierungen. Eine Type ist so \u201eeigenartig unm\u00f6rderisch\u201c, wenn sich \u201eeine Art spiritueller Feistheit anschleicht\u201c oder wenn man erf\u00e4hrt, dass es in Wisconsin \u201emehr Gesellschaftstheorien als Saucenvarianten von Heinz gibt\u201c.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Apart ist die Idee eines deutsch-\u00f6sterreichischen U-Bootes im Lake Michigan, das sich nicht, wie ihm Versailler Vertrag vorgeschrieben, ergeben und hatte abwracken lassen, sondern im wahrsten Sinne des Wortes abgetaucht ist und nun samt der alten Besatzung seinen illegalen Gesch\u00e4ften nachgeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Hicks ger\u00e4t schlie\u00dflich absurderweise beim FBI in den Verdacht ein Bombenleger zu sein. Wieso, wird , wen verwundert es, nicht so ganz klar. Jedenfalls muss er verschwinden, will aber eigentlich nicht, KO-Tropfen kommen zum Einsatz, er gelangt dann mit einem \u00dcberseedampfer nach Europa, pl\u00f6tzlich finden wir ihn im Zug nach Budapest, keiner wei\u00df so richtig warum, aber die Verwirrung aufgrund der bruchst\u00fcckhaften, keinen gr\u00f6\u00dferen Sinnzusammenhang ahnen lassenden Versatzst\u00fccke nimmt zu.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Einen auch nur halbwegs roten Faden, einen auch nur ann\u00e4hernd \u00fcberzeugenden Handlungsstrang sucht man in diesen 397 Seiten jedoch vergeblich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Versuch, diese weitgehend isolierten Versatzst\u00fccke irgendwie mit den europ\u00e4ischen Zeitl\u00e4uften der 30er Jahre in Europa in Verbindung zu bringen hat mich trotz meines hohen historischen Interesses nicht gepackt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und\u2026ach was, das Lesen hat mich genug Zeit und Nerven gekostet, ich mach hier jetzt Schluss! Wie sagte doch Hicks so sch\u00f6n: Es geht um \u201eirgendeine komische Geschichte, so dunkel und irre, dass man kaum noch durchblickt\u201e.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem ist NICHTS hinzuzuf\u00fcgen!!<\/p>\n\n\n\n<p>Thomas Pynchon: Schattennummer, Rowohlt 2025, ISBN:978-3-498-00822-2<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<div class=\"pld-like-dislike-wrap pld-template-1\">\r\n    <div class=\"pld-like-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-like-trigger pld-like-dislike-trigger\" title=\"\" data-post-id=\"2266\" data-trigger-type=\"like\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-up\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-like-count-wrap pld-count-wrap\">    <\/span>\r\n<\/div><div class=\"pld-dislike-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-dislike-trigger pld-like-dislike-trigger\" title=\"\" data-post-id=\"2266\" data-trigger-type=\"dislike\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-down\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-dislike-count-wrap pld-count-wrap\"><\/span>\r\n<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt Alterswerke, die besser nicht publiziert worden w\u00e4ren. 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Der Roman, sofern man das Buch als solchen bezeichnen will, leidet an einem \u00fcberfrachteten Personaltableau und zu vielem, meist unverst\u00e4ndlichen, mit sich jagenden Abk\u00fcrzungen langweilenden Lokalkolorit. Es vergeht einem schnell auch die Lust, bei Dr. Google irgendwas zu suchen. Insgesamt herrscht eine ziemlich bleihaltige Luft, kein Wunder bei der F\u00fclle von einschl\u00e4gigen Organisationen wie Syndikaten, der Mafia, Motorradgangs bis hin zu Nazi-Jugendbanden in Chikago. Ja, zugegeben, ab und an st\u00f6\u00dft man auf gelungene Formulierungen. Eine Type ist so \u201eeigenartig unm\u00f6rderisch\u201c, wenn sich \u201eeine Art spiritueller Feistheit anschleicht\u201c oder wenn man erf\u00e4hrt, dass es in Wisconsin \u201emehr Gesellschaftstheorien als Saucenvarianten von Heinz gibt\u201c.&nbsp; Apart ist die Idee eines deutsch-\u00f6sterreichischen U-Bootes im Lake Michigan, das sich nicht, wie ihm Versailler Vertrag vorgeschrieben, ergeben und hatte abwracken lassen, sondern im wahrsten Sinne des Wortes abgetaucht ist und nun samt der alten Besatzung seinen illegalen Gesch\u00e4ften nachgeht. Hicks ger\u00e4t schlie\u00dflich absurderweise beim FBI in den Verdacht ein Bombenleger zu sein. Wieso, wird , wen verwundert es, nicht so ganz klar. Jedenfalls muss er verschwinden, will aber eigentlich nicht, KO-Tropfen kommen zum Einsatz, er gelangt dann mit einem \u00dcberseedampfer nach Europa, pl\u00f6tzlich finden wir ihn im Zug nach Budapest, keiner wei\u00df so richtig warum, aber die Verwirrung aufgrund der bruchst\u00fcckhaften, keinen gr\u00f6\u00dferen Sinnzusammenhang ahnen lassenden Versatzst\u00fccke nimmt zu.&nbsp; Einen auch nur halbwegs roten Faden, einen auch nur ann\u00e4hernd \u00fcberzeugenden Handlungsstrang sucht man in diesen 397 Seiten jedoch vergeblich.&nbsp; Der Versuch, diese weitgehend isolierten Versatzst\u00fccke irgendwie mit den europ\u00e4ischen Zeitl\u00e4uften der 30er Jahre in Europa in Verbindung zu bringen hat mich trotz meines hohen historischen Interesses nicht gepackt. Und\u2026ach was, das Lesen hat mich genug Zeit und Nerven gekostet, ich mach hier jetzt Schluss! Wie sagte doch Hicks so sch\u00f6n: Es geht um \u201eirgendeine komische Geschichte, so dunkel und irre, dass man kaum noch durchblickt\u201e. Dem ist NICHTS hinzuzuf\u00fcgen!! 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