{"id":2087,"date":"2025-08-20T03:31:06","date_gmt":"2025-08-20T03:31:06","guid":{"rendered":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/?p=2087"},"modified":"2025-08-20T03:33:02","modified_gmt":"2025-08-20T03:33:02","slug":"pierre-jarawan-frau-im-mond-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/j\/pierre-jarawan-frau-im-mond-3\/","title":{"rendered":"Pierre Jarawan: Frau im Mond"},"content":{"rendered":"<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1007\" src=\"https:\/\/buecher-books-libros.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_2920-2-1024x1007.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2069\" srcset=\"https:\/\/buecher-books-libros.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_2920-2-1024x1007.jpeg 1024w, https:\/\/buecher-books-libros.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_2920-2-300x295.jpeg 300w, https:\/\/buecher-books-libros.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_2920-2-768x755.jpeg 768w, https:\/\/buecher-books-libros.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_2920-2-1536x1510.jpeg 1536w, https:\/\/buecher-books-libros.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_2920-2-2048x2013.jpeg 2048w, https:\/\/buecher-books-libros.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_2920-2-12x12.jpeg 12w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><br>Wer nicht wei\u00df, wer den Count-Down erfunden hat, sollte \u201eFrau im Mond\u201c lesen! Aber beileibe nicht nur deswegen!<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht mit einem Gest\u00e4ndnis los: Pierre Jarawan war mir v\u00f6llig unbekannt. Bis ich bei der diesj\u00e4hrigen Leipziger Buchmesse erstmals an der ber\u00fchmten Wohnzimmer-Lesung bei Hannes Lehner, moderiert vom @kaffeehaussitzer Uwe Kalkowski, dabei sein konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Abend war, das Buch ist ein Erlebnis!<\/p>\n\n\n\n<p>Jarawan bekannte, dass ihm nicht klar war, \u201ewie sich ein Jahrhundert, drei Generationen, zwei St\u00e4dte, zwei Kontinente, ein Raketenprojekt und eine Revolution in einer Geschichte unterbringen lassen sollen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Was z\u00e4hlt ist, dass er es bravour\u00f6s geschafft hat!<\/p>\n\n\n\n<p>Im Zentrum stehen Maroun al Shami und seine Frau Anoush sowie deren Enkelin Lilit.<\/p>\n\n\n\n<p>Marion und Anoush, armenischer Abstammung, gelangten im Kontext des t\u00fcrkischen Genozids an den Armeniern 1915\/16 auf abenteuerlichen Wegen zun\u00e4chst in den Libanon. Insbesondere Beirut entwickelte sich mit den Jahren \u201ezu einem neuen Zentrum armenischer Kultur\u201c, nicht zuletzt in der bis heute \u00fcberlieferten Kunst des Teppichkn\u00fcpfens. Sp\u00e4ter wanderten sie nach Kanada aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Buch spannt in sich \u00fcberschneidenden Kapiteln den zeitlichen Bogen eines Jahrhunderts von diesen Anf\u00e4ngen bis zur Generation der Urenkel in Kanada.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Maroun gilt in seinem Altersheim als \u201eein Buch in einem Regal\u2026, an das man nur \u00fcber eine Leiter herankam\u201c. Seiner Enkelin Lilit \u00f6ffnet er sich jedoch. Seine Erz\u00e4hlungen erschlie\u00dfen Lilit eine neue Welt, und stellen pl\u00f6tzlich die schon lange verstorbene Gro\u00dfmutter Anoush mit in den Mittelpunkt dieser ausgreifenden Familiengeschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Anoush, 1913 in Sepastia, Zentralanatolien, geboren, gelang als Kind die Flucht durch die syrische W\u00fcste und landete in einem Waisenhaus, das w\u00e4hrend der Zeit der osmanischen Besatzung dann der Umerziehung der armenischen Kinder diente. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wird sie adoptiert und gelangt nach Kanada. Maroun kommt als Kleinkind in den Armen seiner Mutter 1920 nach Kanada.<\/p>\n\n\n\n<p>Lilit, nach einem Jahre zur\u00fcckliegenden erfolgreichen Dokumentarfilm in einer ausweglos erscheinenden Schaffenskrise gefangen, will einen Dokumentarfilm \u00fcber ihre Familiengeschichte drehen und reist in den Libanon.<\/p>\n\n\n\n<p>Langsam wird ihr bewu\u00dft, dass es dabei auch um ihre eigene Identit\u00e4t geht. Denn obwohl sie in der 3. Generation in Montreal lebt f\u00fchlt sie sich noch immer als Au\u00dfenseiter. Diese Entdeckungsreise er\u00f6ffnet ihr die Chance, eine bislang unbewu\u00dfte L\u00fccke zu schlie\u00dfen, sich \u201edamit auseinanderzusetzen, wer wir-die el Shamis- waren, wo wir herkamen, was uns zusammengebracht oder auseinandergerissen hatte\u201c, den Leerstellen in dieser komplexen Familiengeschichte nachzusp\u00fcren.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Frau im Mond\u201c holt auch eine real-irre Geschichte ans Tageslicht. Am 1. August 1966 gelang es einer Gruppe junger, engagierter Wissenschaftler nach jahrelangen Vorbereitungen und Experimenten mit der Cedar 8 eine Rakete in den Weltraum zu schicken. Ihr Traum, den Libanon neben den USA und der UdSSR zu einer Weltraummacht zu machen, schien nahe.<\/p>\n\n\n\n<p>So erf\u00e4hrt man auch, wer den count-down erfunden hat. Es war Stummfilmregisseur Fritz Lang, weltber\u00fchmt durch seinen Film \u201eMetropolis\u201c. In seinem Stummfilm \u201eFrau im Mond\u201c&nbsp;&nbsp;(1929) stand er vor der Herausforderung, den Raketenstart spannend zu vermitteln und tat dies mittels eingeschobener Texttafeln, auf denen r\u00fcckw\u00e4rts gez\u00e4hlt wurde: Noch 3 Sekunden, noch\u2026.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Dank f\u00fcr diese Erfindung wurde er 1964 von der NASA geehrt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>So irre und vergn\u00fcglich diese Geschichte auch ist, so gekonnt verpackt Jarawan verschiedene ernste historische Hintergr\u00fcnde in seinen Roman.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum einen stellt sie den Libanon und seine Entwicklung vor. Der Libanon, vor Jahrzehnten als \u201eSchweiz des Nahen Ostens\u201c gepriesen, versank Mitte der 70 er Jahre in einen 15j\u00e4hrigen blutigen B\u00fcrgerkrieg, dessen eigentlicher Ursprung kaum noch auszumachen ist und f\u00fchrte zu Chaos, Korruption und einem schwer regierbaren multireligi\u00f6sen Staat mit ausgekl\u00fcgelten, nahezu kafkaesken Repr\u00e4sentanzregelungen. Jarawan thematisiert auch die Mitte 2020 im Libanon beginnende Revolution, die im weiteren Verlauf der Corona-Pandemie zum Opfer fiel ebenso wie die Umst\u00e4nde der verheerenden Explosion am 4. August 2020 im Hafen von Beirut.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Buch ruft aber auch den Genozid an den Armeniern in Erinnerung.<\/p>\n\n\n\n<p>Rund eineinhalb Millionen Menschen wurden ermordet. Etwa eine halbe Million sind gefl\u00fcchtet. Die Zahl der zum Islam Konvertierten wird auf etwa&nbsp;&nbsp;zwei Millionen gesch\u00e4tzt, davon etwa die H\u00e4lfte \u201eKrypto-Armenier\u201c, d.h. Menschen, die nichts von ihren ihren Wurzeln wissen oder sie bewu\u00dft geheim halten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Trauma hat Generationen gepr\u00e4gt: \u201eIn den Geschichten der Alten, die Marouns Aufwachsen begleitet hatten, lebten die Ungeheuer und Gespenster der Vergangenheit weiter. Sie taumelten von den R\u00e4ndern der Erinnerung hin\u00fcber in die Wirklichkeit\u2026.und wenn Kinder sie fragten, was sie hier zu suchen h\u00e4tten, lachten sie und sagten, \u201eWir&nbsp;<em>geh\u00f6ren<\/em>&nbsp;zu Euch\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Genozid wird von der T\u00fcrkei bis heute geleugnet, entsprechende Behauptungen stehen als \u201eHerabw\u00fcrdigung des T\u00fcrkentums\u201c unter Strafe.<\/p>\n\n\n\n<p>Jarawan in einem Interview: \u201eMich hat die Idee einer Geschichte fasziniert, die die st\u00e4ndige Opfererz\u00e4hlung \u00fcber den Libanon nicht wiederholt, sondern von starken Figuren lebt, die unterschiedliche Tr\u00e4ume verfolgen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese St\u00e4rke, diese Tr\u00e4ume, dieser Optimismus ziehen sich trotz aller entsetzlichen Ereignisse und pers\u00f6nlichen Schicksalsschl\u00e4ge, Niederlagen und Herausforderungen folgerichtig durch das Buch. So glaubt Maroun fest daran, dass \u201ejede noch so abwegige Idee Tatsache werden konnte, wenn man nur ausreichend an sie glaubte\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Inkarnation dieser Haltungen aber ist Anoush, seine Frau, die einen immensen EInflu\u00df auf ihren Mann hatte. S\u00e4tze wie: \u201edass man zerbrechen und sich neu zusammensetzen konnte\u201c, \u201eEs gibt f\u00fcr den menschlichen Geist kein&nbsp;<em>Niemals<\/em>, h\u00f6chstens ein&nbsp;<em>Noch-nicht\u201c<\/em>&nbsp;oder \u201eEs geht nicht um den Verlust, sondern um die Dinge, die vor uns liegen\u201c sprechen B\u00e4nde.<\/p>\n\n\n\n<p>Der m\u00e4andernde, detailreiche Erz\u00e4hlfluss, \u00fcberquellend von einer Geschichte in die andere driftend, erfordert aufmerksames Lesen, um auf den vorw\u00e4rts und r\u00fcckw\u00e4rts laufenden \u201eZeitf\u00e4den\u201c nicht verloren zu gehen. Ich habe mich etwas an Rafik Schami erinnert, den syrischen Schriftsteller, seit Jahrzehnten in Deutschland lebend, dessen B\u00fccher ich verschlinge.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der \u201eFrau im Mond\u201c bin ich mit seinem dritten Buch in Pierre Jarawans Erz\u00e4hlkosmos eingestiegen. Die beiden anderen B\u00fccher ( \u201eAm Ende bleiben die Zedern\u201c und \u201eEin Lied f\u00fcr die Vermissten\u201c) werde ich auch noch lesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer die Chance hat, bei einer der Lesungen des Buches dabei zu sein, sollte diese nutzen. Das wird ein interessanter und sympathischer Abend.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcrde mir eine Verfilmung dieses Buches w\u00fcnschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Letzte Anmerkung: Das Cover ist ne Wucht, ein Eye Catcher seltener G\u00fcte.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau im Mond<\/p>\n\n\n\n<p>Berlin \/ Piper Verlag<\/p>\n\n\n\n<p>ISBN:&nbsp;&nbsp;978-3-8270-1499-3<\/p>\n<div class=\"pld-like-dislike-wrap pld-template-1\">\r\n    <div class=\"pld-like-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-like-trigger pld-like-dislike-trigger\" title=\"\" data-post-id=\"2087\" data-trigger-type=\"like\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-up\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-like-count-wrap pld-count-wrap\">    <\/span>\r\n<\/div><div class=\"pld-dislike-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-dislike-trigger pld-like-dislike-trigger\" title=\"\" data-post-id=\"2087\" data-trigger-type=\"dislike\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-down\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-dislike-count-wrap pld-count-wrap\"><\/span>\r\n<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer nicht wei\u00df, wer den Count-Down erfunden hat, sollte \u201eFrau im Mond\u201c lesen! 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Insbesondere Beirut entwickelte sich mit den Jahren \u201ezu einem neuen Zentrum armenischer Kultur\u201c, nicht zuletzt in der bis heute \u00fcberlieferten Kunst des Teppichkn\u00fcpfens. Sp\u00e4ter wanderten sie nach Kanada aus. Das Buch spannt in sich \u00fcberschneidenden Kapiteln den zeitlichen Bogen eines Jahrhunderts von diesen Anf\u00e4ngen bis zur Generation der Urenkel in Kanada.&nbsp; Maroun gilt in seinem Altersheim als \u201eein Buch in einem Regal\u2026, an das man nur \u00fcber eine Leiter herankam\u201c. Seiner Enkelin Lilit \u00f6ffnet er sich jedoch. Seine Erz\u00e4hlungen erschlie\u00dfen Lilit eine neue Welt, und stellen pl\u00f6tzlich die schon lange verstorbene Gro\u00dfmutter Anoush mit in den Mittelpunkt dieser ausgreifenden Familiengeschichte. Anoush, 1913 in Sepastia, Zentralanatolien, geboren, gelang als Kind die Flucht durch die syrische W\u00fcste und landete in einem Waisenhaus, das w\u00e4hrend der Zeit der osmanischen Besatzung dann der Umerziehung der armenischen Kinder diente. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wird sie adoptiert und gelangt nach Kanada. Maroun kommt als Kleinkind in den Armen seiner Mutter 1920 nach Kanada. Lilit, nach einem Jahre zur\u00fcckliegenden erfolgreichen Dokumentarfilm in einer ausweglos erscheinenden Schaffenskrise gefangen, will einen Dokumentarfilm \u00fcber ihre Familiengeschichte drehen und reist in den Libanon. Langsam wird ihr bewu\u00dft, dass es dabei auch um ihre eigene Identit\u00e4t geht. Denn obwohl sie in der 3. Generation in Montreal lebt f\u00fchlt sie sich noch immer als Au\u00dfenseiter. Diese Entdeckungsreise er\u00f6ffnet ihr die Chance, eine bislang unbewu\u00dfte L\u00fccke zu schlie\u00dfen, sich \u201edamit auseinanderzusetzen, wer wir-die el Shamis- waren, wo wir herkamen, was uns zusammengebracht oder auseinandergerissen hatte\u201c, den Leerstellen in dieser komplexen Familiengeschichte nachzusp\u00fcren. \u201eDie Frau im Mond\u201c holt auch eine real-irre Geschichte ans Tageslicht. Am 1. August 1966 gelang es einer Gruppe junger, engagierter Wissenschaftler nach jahrelangen Vorbereitungen und Experimenten mit der Cedar 8 eine Rakete in den Weltraum zu schicken. Ihr Traum, den Libanon neben den USA und der UdSSR zu einer Weltraummacht zu machen, schien nahe. So erf\u00e4hrt man auch, wer den count-down erfunden hat. Es war Stummfilmregisseur Fritz Lang, weltber\u00fchmt durch seinen Film \u201eMetropolis\u201c. In seinem Stummfilm \u201eFrau im Mond\u201c&nbsp;&nbsp;(1929) stand er vor der Herausforderung, den Raketenstart spannend zu vermitteln und tat dies mittels eingeschobener Texttafeln, auf denen r\u00fcckw\u00e4rts gez\u00e4hlt wurde: Noch 3 Sekunden, noch\u2026.&nbsp; Zum Dank f\u00fcr diese Erfindung wurde er 1964 von der NASA geehrt.&nbsp; So irre und vergn\u00fcglich diese Geschichte auch ist, so gekonnt verpackt Jarawan verschiedene ernste historische Hintergr\u00fcnde in seinen Roman. Zum einen stellt sie den Libanon und seine Entwicklung vor. Der Libanon, vor Jahrzehnten als \u201eSchweiz des Nahen Ostens\u201c gepriesen, versank Mitte der 70 er Jahre in einen 15j\u00e4hrigen blutigen B\u00fcrgerkrieg, dessen eigentlicher Ursprung kaum noch auszumachen ist und f\u00fchrte zu Chaos, Korruption und einem schwer regierbaren multireligi\u00f6sen Staat mit ausgekl\u00fcgelten, nahezu kafkaesken Repr\u00e4sentanzregelungen. Jarawan thematisiert auch die Mitte 2020 im Libanon beginnende Revolution, die im weiteren Verlauf der Corona-Pandemie zum Opfer fiel ebenso wie die Umst\u00e4nde der verheerenden Explosion am 4. August 2020 im Hafen von Beirut. Das Buch ruft aber auch den Genozid an den Armeniern in Erinnerung. Rund eineinhalb Millionen Menschen wurden ermordet. Etwa eine halbe Million sind gefl\u00fcchtet. Die Zahl der zum Islam Konvertierten wird auf etwa&nbsp;&nbsp;zwei Millionen gesch\u00e4tzt, davon etwa die H\u00e4lfte \u201eKrypto-Armenier\u201c, d.h. Menschen, die nichts von ihren ihren Wurzeln wissen oder sie bewu\u00dft geheim halten. Dieses Trauma hat Generationen gepr\u00e4gt: \u201eIn den Geschichten der Alten, die Marouns Aufwachsen begleitet hatten, lebten die Ungeheuer und Gespenster der Vergangenheit weiter. Sie taumelten von den R\u00e4ndern der Erinnerung hin\u00fcber in die Wirklichkeit\u2026.und wenn Kinder sie fragten, was sie hier zu suchen h\u00e4tten, lachten sie und sagten, \u201eWir&nbsp;geh\u00f6ren&nbsp;zu Euch\u201c. Dieser Genozid wird von der T\u00fcrkei bis heute geleugnet, entsprechende Behauptungen stehen als \u201eHerabw\u00fcrdigung des T\u00fcrkentums\u201c unter Strafe. Jarawan in einem Interview: \u201eMich hat die Idee einer Geschichte fasziniert, die die st\u00e4ndige Opfererz\u00e4hlung \u00fcber den Libanon nicht wiederholt, sondern von starken Figuren lebt, die unterschiedliche Tr\u00e4ume verfolgen\u201c. Diese St\u00e4rke, diese Tr\u00e4ume, dieser Optimismus ziehen sich trotz aller entsetzlichen Ereignisse und pers\u00f6nlichen Schicksalsschl\u00e4ge, Niederlagen und Herausforderungen folgerichtig durch das Buch. So glaubt Maroun fest daran, dass \u201ejede noch so abwegige Idee Tatsache werden konnte, wenn man nur ausreichend an sie glaubte\u201c. 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Die beiden anderen B\u00fccher ( \u201eAm Ende bleiben die Zedern\u201c und \u201eEin Lied f\u00fcr die Vermissten\u201c) werde ich auch noch lesen. Wer die Chance hat, bei einer der Lesungen des Buches dabei zu sein, sollte diese nutzen. Das wird ein interessanter und sympathischer Abend. Ich w\u00fcrde mir eine Verfilmung dieses Buches w\u00fcnschen. Letzte Anmerkung: Das Cover ist ne Wucht, ein Eye Catcher seltener G\u00fcte. Frau im Mond Berlin \/ Piper Verlag ISBN:&nbsp;&nbsp;978-3-8270-1499-3<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":2069,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[44],"tags":[141],"class_list":["post-2087","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-j","tag-pierrejarawan-hannes-lehner-kaffeehaussitzer-berlinpiperverlag-rocketsocietylibanon-libanon"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2087"}],"collection":[{"href":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2087"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2087\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2088,"href":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2087\/revisions\/2088"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2069"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2087"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2087"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2087"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}