{"id":1969,"date":"2025-02-01T23:53:55","date_gmt":"2025-02-01T23:53:55","guid":{"rendered":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/?p=1969"},"modified":"2025-03-02T20:11:27","modified_gmt":"2025-03-02T20:11:27","slug":"wolfgang-schaeuble-erinnerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/s\/wolfgang-schaeuble-erinnerungen\/","title":{"rendered":"Wolfgang Sch\u00e4uble: Erinnerungen"},"content":{"rendered":"<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"943\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/buecher-books-libros.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_2068-943x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1964\" srcset=\"https:\/\/buecher-books-libros.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_2068-943x1024.jpeg 943w, https:\/\/buecher-books-libros.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_2068-276x300.jpeg 276w, https:\/\/buecher-books-libros.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_2068-768x834.jpeg 768w, https:\/\/buecher-books-libros.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_2068-1414x1536.jpeg 1414w, https:\/\/buecher-books-libros.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_2068-1886x2048.jpeg 1886w, https:\/\/buecher-books-libros.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_2068-11x12.jpeg 11w\" sizes=\"(max-width: 943px) 100vw, 943px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Aussagekraft und die Verfallszeit von Politiker-B\u00fcchern und Memoiren sind nicht selten begrenzt. Die \u201eErinnerungen\u201c von Wolfgang Sch\u00e4uble, mit 51 Jahren Parlamentszugeh\u00f6rigkeit der Spitzenreiter in der Geschichte des Deutschen Bundestages, und, wenn ich es richtig sehe, der deutschen Parlamentsgeschichte insgesamt, fallen jedoch nicht unter dieses Verdikt.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese \u201eErinnerungen\u201c eines Politikers, der sich als \u201egl\u00fccklichen Sisyphus\u201c verstand, sind ein lehrreicher, selbstkritischer, unterhaltsamer und intellektuell offener und anregender Gang durch f\u00fcnfzig Jahre Politikgestaltung sowie deutscher und europ\u00e4ischer Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese \u201eErinnerungen\u201c sind (hoffentlich!) ein Ma\u00dfstab f\u00fcr all diejenigen, die k\u00fcnftig ihre \u201eErinnerungen\u201c mit der \u00d6ffentlichkeit teilen wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der f\u00fcr ihn wichtigste Ratschlag in seinem Leben stamme, so Sch\u00e4uble, aus \u201eDon Camillo und Peppone\u201c. Der mit angeblichen Sorgen \u00fcberladene italienische Dorfpfarrer Don Camillo beklagt sich vor Jesus am Kreuz und erh\u00e4lt die Antwort: \u201eNimm dich nicht so wichtig\u201c. Im \u00dcbrigen auch der Leitspruch von Papst Johannes XXIII.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun kann man Wolfgang Sch\u00e4uble schwer nachsagen, dass er sich seiner selbst und seines politischen Wertes nicht bewusst gewesen w\u00e4re. Dennoch war Bescheidenheit ein durchg\u00e4ngiger Zug in seinem Leben. Dies zeigt sich auch in seinen \u201eErinnerungen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend man in vielen Autobiografien gerade von Politikern h\u00e4ufig von einer Hochglanz-Bilderflut \u00fcberschwemmt wird, die den Autor beim H\u00e4ndesch\u00fctteln mit allen m\u00f6glichen Stars, internationalen Ber\u00fchmtheiten oder Staatsm\u00e4nnern zeigt, beschr\u00e4nkt sich Sch\u00e4uble auf sehr wenige, daf\u00fcr symboltr\u00e4chtige und eindr\u00fcckliche schwarz-wei\u00df-Bilder.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese \u201eErinnerungen\u201c sind keine Selbstbeweihr\u00e4ucherung. Sch\u00e4uble stellt im Nachhinein eigene Urteile wie Handlungen auch infrage. Er gibt zu, wenn er sich geirrt hat, Fehleinsch\u00e4tzungen unterlag oder sich um die eine oder andere Frage intensiver h\u00e4tte k\u00fcmmern m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Er nennt sein Abstimmungsverfahren \u00fcber den Grundlagenvertrag mit der DDR, seine nur bruchst\u00fcckhafte Einsch\u00e4tzung der B\u00fcrgerrechtsbewegung in der DDR und hielt das Versprechen, die deutsche Einheit ohne Steuererh\u00f6hung zu finanzieren, f\u00fcr einen Fehler.<\/p>\n\n\n\n<p>Er \u00fcbergeht nicht seine ungl\u00fcckliche Rolle in der Parteispenden-Aff\u00e4re, die ihn das Amt gekostet hat und von der er sagt, dass seine Familie bis heute davon \u00fcberzeugt ist, dass diese Zeit \u201eschlimmer war als die Monate nach dem Attentat\u201c.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Schwer tr\u00e4gt er daran, nicht erkannt, beziehungsweise schlichtweg nicht f\u00fcr m\u00f6glich gehalten zu haben, dass es in Deutschland zu einem NSU kommen k\u00f6nnte. \u201eEin schweres Vers\u00e4umnis\u201c sieht er darin, \u201edie Sorgen vieler Osteurop\u00e4er vor der Aggression Russlands zu lange nicht in angemessener Weise wahrgenommen haben\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese selbstkritische Offenheit ist f\u00fcr Autobiografien von Politikern nicht unbedingt das Standardma\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Sobald ein derartiges Buch auf dem Markt kommt, geht im politischen Berlin die Suche im Personenregister los, ob man selbst auch erw\u00e4hnt ist. Im Falle der Sch\u00e4uble-Erinnerungen k\u00f6nnte ich mir vorstellen, dass der eine oder andere ganz froh w\u00e4re, wenn er nicht genannt worden w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>In abgestuftem Ausma\u00df, aber doch sehr deutlich erkennbar wird, wen Sch\u00e4uble gesch\u00e4tzt, vom wem er mehr erwartet und von wem er \u00fcberhaupt nichts gehalten hat. Der Spitzenreiter in der letzten Kategorie d\u00fcrfte sicherlich der wegen einer Plagiatsaff\u00e4re zur\u00fcckgetretene ehemalige Wirtschafts- und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sein. Das Sch\u00e4uble-Urteil: \u201eSein schnelles Vergl\u00fchen im Zuge einer Plagiatsaff\u00e4re demonstriert, dass die Inszenierung als \u00f6ffentliche Person an Grenzen stie\u00df, wenn es an Substanz fehlte. Vom Star zur Sternschnuppe\u201c.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Einen dramatischen und tiefgreifenden Einschnitt in sein Leben bedeutete das Attentat und dessen jahrzehntelangen Folgen f\u00fcr ihn. Hier erf\u00e4hrt man etwas detaillierter, ohne dass dies in Selbstmitleid oder Larmoyanz umschl\u00e4gt, unter welchen psychischen und physischen Belastungen Sch\u00e4uble \u00fcber die Jahre seine \u00c4mter bis an die Grenze des Ertr\u00e4glichen und dar\u00fcber hinaus ausf\u00fchrte und dabei immer bem\u00fcht war, keine Schw\u00e4che zu zeigen \u2013 denn das wird im unbarmherzigen Politikalltag keinem verziehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht ist auch so zu verstehen, dass \u00fcber die bereits 2006 erhaltene Krebsdiagnose nur seine Familie und Merkel informiert waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00e4uble hatte ein klares Verh\u00e4ltnis zur Nation und freute sich dar\u00fcber, dass<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eheute ein unverkrampftes Verh\u00e4ltnis zur Fahne und unseren Staatssymbolen zum Gl\u00fcck weitgehend Normalit\u00e4t geworden\u201c ist. Da h\u00e4tte Merkel noch was lernen k\u00f6nnen, die bei der Feier ihres Wahlsieges 2013 dem mit einem Deutschland-F\u00e4hnchen auf der B\u00fchne des Adenauer Hauses wedelnden CDU-Generalsekret\u00e4r Gr\u00f6he diese Fahne wegnahm.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessant und lesenswert sind auch seine wenngleich seltenen Vergleiche mit anderen Politikern. So kommt er mit Blick auf Oscar Lafontaine zu dem Schluss: \u201eWas uns eint, war ein starker Gestaltungswille, wom\u00f6glich auch ein gewisses strategisches Geschick. Aber vielleicht sind wir uns auch darin \u00e4hnlich gewesen, dass wir beide nicht mit letzter Unbedingtheit Kanzler werden wollten\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei aller Kampfeslust und Zuspitzungsf\u00e4higkeit wird auch immer wieder das Bem\u00fchen erkennbar \u201eideologische Bei\u00dfreflexe zu \u00fcberwinden\u201c. Sch\u00e4uble setzte auf die Dialogbereitschaft und -f\u00e4higkeit. Selbst im letzten Urlaub auf Sylt nahm er sich Zeit f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch mit dort demonstrierenden Punkern, die \u201eWolle\u201c dann mit Applaus verabschiedeten. Das schafft nicht jeder, dabei w\u00e4re es so n\u00f6tig!<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00e4uble verf\u00fcgt auch \u00fcber eine ausgepr\u00e4gte Selbstironie, so wenn er beispielsweise angesichts der immer wieder aufbrechenden Debatte um seine Rolle als potentieller Nachfolger Kohls meinte, er habe \u201ekeine Lust, zum Prinz Charles der deutschen Politik zu werden\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie \u00fcberhaupt so manche Formulierung ebenso gelungen wie humorvoll sind, so wenn er Regieren als \u201eein Rendezvous mit der Realit\u00e4t\u00ab beschreibt oder sich \u00fcber \u201edie ewige deutsche Betroffenheitsschickeria\u201c mokiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Der f\u00fcr mich herrlichste Satz in dem gesamten Buch ist jedoch die Umschreibung seines Amtsverst\u00e4ndnisses als Chef des Kanzleramts unter Helmut Kohl: \u201eZum anderen habe ich nicht nur reagiert, also darauf gewartet, wann er etwas von mir wollte, sondern bin selbst aktiv geworden, um Dinge anzusto\u00dfen. Der Grundsatz, der mich dabei leitete, l\u00e4sst sich nicht auf eine scharfe Formel bringen. Ich habe es stets so erkl\u00e4rt: Ich orientiere mich daran, was der Kanzler wollen k\u00f6nnte, wenn er es richtig verstehen oder sich ausf\u00fchrlich damit besch\u00e4ftigen w\u00fcrde. Das ist gar nicht despektierlich gemeint. Als Generalist musste er gar nicht jedes Detail kennen, und ich h\u00e4tte auch nicht seine Zeit verschwenden wollen, um ihn mit jeder Kleinigkeit zu konfrontieren\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00e4uble hat in seiner langen Karriere verschiedene Spitzen\u00e4mter mit sehr unterschiedlichen Anforderungen nicht nur formal, sondern auch inhaltlich mit eigener Akzentsetzung ausgef\u00fcllt und auch gegen Widerst\u00e4nde immer wieder versucht, neue Wege zu gehen. So zum Beispiel mit der Islam-Konferenz. Er zitiert dabei Navid Kermani mit dem Satz, dass wer \u201edie Feinde der offenen Gesellschaft bek\u00e4mpft, indem er die eigene kulturelle Offenheit aufgibt, den Kampf bereits verloren (hat)\u201c. Es gehe um \u201eselbstbewusste Offenheit, nicht um Selbstaufgabe\u201c.&nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist wohl kaum etwas so bezeichnend f\u00fcr Sch\u00e4uble und sein Politikverst\u00e4ndnis wie die Beschreibungen des sich wandelnden Verh\u00e4ltnisses zu Helmut Kohl und Angela Merkel, das er in beiden F\u00e4llen sehr differenziert, aber auch sehr deutlich analysiert und beschreibt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber viele Jahre hinweg dominiert ein positives Bild von Kohl, gepr\u00e4gt von gegenseitigem Vertrauen und Loyalit\u00e4t. Differenziert, aber auch ohne jede Zur\u00fcckhaltung zeichnet Sch\u00e4uble die Entwicklung der letzten Kohl-Jahre nach. Die zunehmende Beratungsresistenz Kohls, sein \u201everinnerlichter Patriarchenstatus\u201c, \u201eimmer mehr Hofstaatall\u00fcren\u201c bei sich gleichzeitig ausbreitender \u201eWagenburgmentalit\u00e4t\u201c &#8211; das passte nicht zu Sch\u00e4uble. Im Kontext der Spendenaff\u00e4re kam es dann zum absoluten Bruch mit Kohl, in dessen letzten Lebensjahren die beiden kein Wort mehr miteinander gesprochen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch sein Verh\u00e4ltnis zu Angela Merkel verstand Sch\u00e4uble als von gro\u00dfer Loyalit\u00e4t gepr\u00e4gt, auch wenn er im Gegensatz zur Kohl-\u00c4ra nie zum inneren Zirkel Merkels geh\u00f6rte.<\/p>\n\n\n\n<p>An Angela Merkel hat er \u201eimmer hoch gesch\u00e4tzt, dass sie gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen und Stimmungen, insbesondere im gro\u00dfst\u00e4dtischen Milieu viel besser verstand als der Gro\u00dfteil der traditionellen CDU. Auch darin liegt eine ihrer gro\u00dfen Verdienste f\u00fcr die Partei, deren Vorsitzende immer in 18 Jahren lang war. Im sp\u00e4teren Verlauf \u00fcberwogen aus meiner Sicht die Nachteile ihrer st\u00e4ndigen Suche nach Kompromissen mit Koalitionspartner und den anderen Parteien im Bundesrat\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Er legt auch offen, dass \u201ewir beide sehr unterschiedliche Ansichten davon haben, was es hei\u00dft, politisch zu f\u00fchren\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00e4uble ist \u201edavon \u00fcberzeugt, dass politische F\u00fchrung auch \u00fcber Inhalte, die gesellschaftlich kontrovers sind und der Bev\u00f6lkerung etwas zumuten erfolgreich sein kann \u2013 wenn sie ihr Handeln plausibel erkl\u00e4rt\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier setzt seine grunds\u00e4tzliche Kritik an.<\/p>\n\n\n\n<p>Er sieht Merkel sechzehn Jahre erfolgreich: \u201e\u2026mit dem weitgehenden Verzicht auf inhaltliche Auseinandersetzungen\u201c. Sch\u00e4uble verschweigt nicht seine \u00fcberaus kritische Sicht auf das Konzept der asymmetrischen Mobilisierung im Wahlkampf, das hei\u00dft \u201edie Vermeidung jeder Konfrontation, um die Wahlbeteiligung im Lager der Wettbewerber zu d\u00e4mpfen und bei den eigenen Anh\u00e4ngern auf pers\u00f6nliche Beliebtheit zu setzen\u201c. Er sieht darin eine \u201elangfristig fatale Strategie\u201c, die mit zum Anwachsen der AFD gef\u00fchrt habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Merkels Zur\u00fcckweichen vor mancherlei Erpressungen durch die CSU sieht er kritisch, da h\u00e4tte er sich mehr Machtwillen und Konfrontationsbereitschaft gew\u00fcnscht, es mal drauf ankommen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jedenfalls war Sch\u00e4uble froh, dass er in seinen letzten Parlamentsjahren \u201evon Angela Merkels ber\u00fcchtigtem Verhandlungsstil der Konsensbildung durch physische und psychische Erm\u00fcdung\u201c nicht mehr betroffen war.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor diesem Hintergrund sieht Sch\u00e4uble den Unterschied zwischen den beiden langj\u00e4hrigen Kontrahenten Merkel und Merz darin, dass Merz \u201eden Mut hat, nicht nur das Ende einer Diskussion abzuwarten, sondern sie selbst zu gestalten. Er w\u00fcrde damit zwar auch auf Widerstand sto\u00dfen, aber das w\u00fcrde der zu sehr auf Alternativlosigkeit getrennten politischen Debatte doch guttun und es dadurch erleichtern, wieder zu einer Integration der politischen Kr\u00e4fte der Mitte zu kommen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Merkel sei in mancherlei Hinsicht beratungsresistent gewesen und es habe \u201ezunehmend an der Bereitschaft zur korrigierenden Selbstkritik\u201c gemangelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht ist das eine zwangsl\u00e4ufige Konsequenz von zu vielen Jahren in solchen Machtpositionen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00e4uble macht keinen Hehl daraus, dass \u201eMerkels F\u00fchrungsstil meine Loyalit\u00e4t strapaziert\u201c hat und bekennt, dass er in der letzten Zeit der Zusammenarbeit mit Merkel als Finanzminister aufgrund ihrer fehlenden Unterst\u00fctzung in zentralen Fragen \u201emehrfach kurz davor stand hinzuwerfen und meinen R\u00fccktritt zu erkl\u00e4ren. Ich entschied mich bewusst dagegen, weil ich meine lange, politische Karriere auf ihrer Zielgerade nicht durch einen \u00f6ffentlich ausgetragen Streit mit der Kanzlerin besch\u00e4digen wollte. Es widersprach meiner Pflichtauffassung\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine und die lange Loyalit\u00e4t der Partei sieht er, und damit steht er nicht allein, von Merkel nicht immer erwidert: \u201eDass Angela Merkel nach ihrem R\u00fcckzug aus der Politik diese Verbundenheit mit ihrer Partei nicht aufzubringen vermag, sogar eher demonstrativ das Gegenteil vermittelt, irritiert mich auch deshalb dass sie derweil sogar treue, politische Gef\u00e4hrten meidet, tut fast schon weh\u201c\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr kritische Bemerkungen fallen auch \u00fcber die Entwicklung von \u201eBankiers\u201c zu \u201eBankern\u201c und die unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Verg\u00fctungen und Boni f\u00fcr Industriebosse. Das f\u00fchrte dann zu der \u201egelegentlich ge\u00e4u\u00dferten Bemerkung, man d\u00fcrfe nicht zu lange Bundesfinanzminister sein, wenn man nicht als grunds\u00e4tzlicher Kapitalismuskritiker enden wolle\u201c. Noch deutlicher: \u201eAnstand ist offenbar auch in diesen Kreisen zu einer knappen Ressource geworden\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Was Sch\u00e4uble bis zuletzt besch\u00e4ftigt und umtreibt, ist die Reformschwerf\u00e4lligkeit des politischen Systems und als Konsequenz dabei gefundene \u201eL\u00f6sungen\u201c. So kritisiert er Teile des bei der Bundestagswahl 2025 erstmals zur Anwendung kommenden neuen Wahlrechts bez\u00fcglich der Wahlkreiskandidaten als \u201eein System \u2026, das auf T\u00e4uschung und Entt\u00e4uschung des W\u00e4hlers ausgelegt ist. Ihm wird suggeriert, seine Wahlkreiskandidaten direkt w\u00e4hlen zu k\u00f6nnen \u2013 obwohl der Kandidat am Ende wom\u00f6glich gar nicht ins Parlament gelangt\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Reformsklerose gilt auch f\u00fcr die EU im permanenten Spannungsverh\u00e4ltnis zwischen Erweiterung und Vertiefung. Sch\u00e4uble wurde von einem nahezu euphorisierten zu einem nach wie nach wie vor \u00fcberzeugten, aber ern\u00fcchterten Europ\u00e4er.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesen Erinnerungen ebenso wie in einigen seiner vorangegangenen B\u00fccher zeigt sich auch, dass Sch\u00e4uble sicherlich zu den intellektuell interessantesten Politikern seiner Jahrzehnte z\u00e4hlte, der immer wieder Themen und Entwicklungen aufgriff, auch wenn er im funktionalen Amtssinne daf\u00fcr gar nicht \u201ezust\u00e4ndig\u201c war.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine seiner letzten Sorgen gilt der K\u00fcnstlichen Intelligenz: \u201eEine Entwicklung, die mich durchaus fasziniert, deren Richtung und Folgewirkung aber weder ich verstehe noch offenbar die KI-Entwickler selbst richtig absehen k\u00f6nnen. Jedenfalls habe ich den Eindruck, dass wir bei aller aktuellen Krisenakkumulation deren teils dramatisch Appelle ernst nehmen sollten, um nicht sehenden Auges in die n\u00e4chste Krise zu stolpern\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Frage, \u201ewarum mir Politik auch nach f\u00fcnf Jahrzehnten im Parlament noch immer Freude macht\u201c gab Sch\u00e4uble die Antwort: \u201eAls Erkl\u00e4rung f\u00fcr mich habe ich dazu einmal von Camus das Bild des gl\u00fccklichen Sisyphos entliehen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese \u201eErinnerungen\u201c sind ein lehrreicher, selbstkritischer, unterhaltsamer und intellektuell offener und anregender Gang durch f\u00fcnfzig Jahre Politikgestaltung sowie deutscher und europ\u00e4ischer Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese \u201eErinnerungen\u201c sind (hoffentlich!) ein Ma\u00dfstab f\u00fcr all diejenigen, die k\u00fcnftig ihre \u201eErinnerungen\u201c mit der \u00d6ffentlichkeit teilen wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wolfgang Sch\u00e4uble hatte bis zuletzt an seinen \u201eErinnerungen\u201c gearbeitet. Vorstellen konnte er das im April 2024 erschienene Buch nicht mehr. Wolfgang Sch\u00e4uble starb am 26. Dezember 2023.<\/p>\n\n\n\n<p>#sch\u00e4ubleerinnerungen<\/p>\n\n\n\n<p>#cdu<\/p>\n\n\n\n<p>#deutschegeschichte<\/p>\n\n\n\n<p>#klettverlag<\/p>\n\n\n\n<p>#hilmarsack<\/p>\n\n\n\n<p>#jenshacke<\/p>\n<div class=\"pld-like-dislike-wrap pld-template-1\">\r\n    <div class=\"pld-like-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-like-trigger pld-like-dislike-trigger\" title=\"\" data-post-id=\"1969\" data-trigger-type=\"like\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-up\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-like-count-wrap pld-count-wrap\">    <\/span>\r\n<\/div><div class=\"pld-dislike-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-dislike-trigger pld-like-dislike-trigger\" title=\"\" data-post-id=\"1969\" data-trigger-type=\"dislike\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-down\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-dislike-count-wrap pld-count-wrap\"><\/span>\r\n<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Aussagekraft und die Verfallszeit von Politiker-B\u00fcchern und Memoiren sind nicht selten begrenzt. Die \u201eErinnerungen\u201c von Wolfgang Sch\u00e4uble, mit 51 Jahren Parlamentszugeh\u00f6rigkeit der Spitzenreiter in der Geschichte des Deutschen Bundestages, und, wenn ich es richtig sehe, der deutschen Parlamentsgeschichte insgesamt, fallen jedoch nicht unter dieses Verdikt. Diese \u201eErinnerungen\u201c eines Politikers, der sich als \u201egl\u00fccklichen Sisyphus\u201c verstand, sind ein lehrreicher, selbstkritischer, unterhaltsamer und intellektuell offener und anregender Gang durch f\u00fcnfzig Jahre Politikgestaltung sowie deutscher und europ\u00e4ischer Geschichte. Diese \u201eErinnerungen\u201c sind (hoffentlich!) ein Ma\u00dfstab f\u00fcr all diejenigen, die k\u00fcnftig ihre \u201eErinnerungen\u201c mit der \u00d6ffentlichkeit teilen wollen. Der f\u00fcr ihn wichtigste Ratschlag in seinem Leben stamme, so Sch\u00e4uble, aus \u201eDon Camillo und Peppone\u201c. Der mit angeblichen Sorgen \u00fcberladene italienische Dorfpfarrer Don Camillo beklagt sich vor Jesus am Kreuz und erh\u00e4lt die Antwort: \u201eNimm dich nicht so wichtig\u201c. Im \u00dcbrigen auch der Leitspruch von Papst Johannes XXIII. Nun kann man Wolfgang Sch\u00e4uble schwer nachsagen, dass er sich seiner selbst und seines politischen Wertes nicht bewusst gewesen w\u00e4re. Dennoch war Bescheidenheit ein durchg\u00e4ngiger Zug in seinem Leben. Dies zeigt sich auch in seinen \u201eErinnerungen\u201c. W\u00e4hrend man in vielen Autobiografien gerade von Politikern h\u00e4ufig von einer Hochglanz-Bilderflut \u00fcberschwemmt wird, die den Autor beim H\u00e4ndesch\u00fctteln mit allen m\u00f6glichen Stars, internationalen Ber\u00fchmtheiten oder Staatsm\u00e4nnern zeigt, beschr\u00e4nkt sich Sch\u00e4uble auf sehr wenige, daf\u00fcr symboltr\u00e4chtige und eindr\u00fcckliche schwarz-wei\u00df-Bilder. Diese \u201eErinnerungen\u201c sind keine Selbstbeweihr\u00e4ucherung. Sch\u00e4uble stellt im Nachhinein eigene Urteile wie Handlungen auch infrage. Er gibt zu, wenn er sich geirrt hat, Fehleinsch\u00e4tzungen unterlag oder sich um die eine oder andere Frage intensiver h\u00e4tte k\u00fcmmern m\u00fcssen. Er nennt sein Abstimmungsverfahren \u00fcber den Grundlagenvertrag mit der DDR, seine nur bruchst\u00fcckhafte Einsch\u00e4tzung der B\u00fcrgerrechtsbewegung in der DDR und hielt das Versprechen, die deutsche Einheit ohne Steuererh\u00f6hung zu finanzieren, f\u00fcr einen Fehler. Er \u00fcbergeht nicht seine ungl\u00fcckliche Rolle in der Parteispenden-Aff\u00e4re, die ihn das Amt gekostet hat und von der er sagt, dass seine Familie bis heute davon \u00fcberzeugt ist, dass diese Zeit \u201eschlimmer war als die Monate nach dem Attentat\u201c.&nbsp;&nbsp; Schwer tr\u00e4gt er daran, nicht erkannt, beziehungsweise schlichtweg nicht f\u00fcr m\u00f6glich gehalten zu haben, dass es in Deutschland zu einem NSU kommen k\u00f6nnte. \u201eEin schweres Vers\u00e4umnis\u201c sieht er darin, \u201edie Sorgen vieler Osteurop\u00e4er vor der Aggression Russlands zu lange nicht in angemessener Weise wahrgenommen haben\u201c. Diese selbstkritische Offenheit ist f\u00fcr Autobiografien von Politikern nicht unbedingt das Standardma\u00df. Sobald ein derartiges Buch auf dem Markt kommt, geht im politischen Berlin die Suche im Personenregister los, ob man selbst auch erw\u00e4hnt ist. Im Falle der Sch\u00e4uble-Erinnerungen k\u00f6nnte ich mir vorstellen, dass der eine oder andere ganz froh w\u00e4re, wenn er nicht genannt worden w\u00e4re. In abgestuftem Ausma\u00df, aber doch sehr deutlich erkennbar wird, wen Sch\u00e4uble gesch\u00e4tzt, vom wem er mehr erwartet und von wem er \u00fcberhaupt nichts gehalten hat. Der Spitzenreiter in der letzten Kategorie d\u00fcrfte sicherlich der wegen einer Plagiatsaff\u00e4re zur\u00fcckgetretene ehemalige Wirtschafts- und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sein. Das Sch\u00e4uble-Urteil: \u201eSein schnelles Vergl\u00fchen im Zuge einer Plagiatsaff\u00e4re demonstriert, dass die Inszenierung als \u00f6ffentliche Person an Grenzen stie\u00df, wenn es an Substanz fehlte. Vom Star zur Sternschnuppe\u201c.&nbsp;&nbsp; Einen dramatischen und tiefgreifenden Einschnitt in sein Leben bedeutete das Attentat und dessen jahrzehntelangen Folgen f\u00fcr ihn. Hier erf\u00e4hrt man etwas detaillierter, ohne dass dies in Selbstmitleid oder Larmoyanz umschl\u00e4gt, unter welchen psychischen und physischen Belastungen Sch\u00e4uble \u00fcber die Jahre seine \u00c4mter bis an die Grenze des Ertr\u00e4glichen und dar\u00fcber hinaus ausf\u00fchrte und dabei immer bem\u00fcht war, keine Schw\u00e4che zu zeigen \u2013 denn das wird im unbarmherzigen Politikalltag keinem verziehen.&nbsp; Vielleicht ist auch so zu verstehen, dass \u00fcber die bereits 2006 erhaltene Krebsdiagnose nur seine Familie und Merkel informiert waren. Sch\u00e4uble hatte ein klares Verh\u00e4ltnis zur Nation und freute sich dar\u00fcber, dass \u201eheute ein unverkrampftes Verh\u00e4ltnis zur Fahne und unseren Staatssymbolen zum Gl\u00fcck weitgehend Normalit\u00e4t geworden\u201c ist. Da h\u00e4tte Merkel noch was lernen k\u00f6nnen, die bei der Feier ihres Wahlsieges 2013 dem mit einem Deutschland-F\u00e4hnchen auf der B\u00fchne des Adenauer Hauses wedelnden CDU-Generalsekret\u00e4r Gr\u00f6he diese Fahne wegnahm. Interessant und lesenswert sind auch seine wenngleich seltenen Vergleiche mit anderen Politikern. So kommt er mit Blick auf Oscar Lafontaine zu dem Schluss: \u201eWas uns eint, war ein starker Gestaltungswille, wom\u00f6glich auch ein gewisses strategisches Geschick. Aber vielleicht sind wir uns auch darin \u00e4hnlich gewesen, dass wir beide nicht mit letzter Unbedingtheit Kanzler werden wollten\u201c. Bei aller Kampfeslust und Zuspitzungsf\u00e4higkeit wird auch immer wieder das Bem\u00fchen erkennbar \u201eideologische Bei\u00dfreflexe zu \u00fcberwinden\u201c. Sch\u00e4uble setzte auf die Dialogbereitschaft und -f\u00e4higkeit. Selbst im letzten Urlaub auf Sylt nahm er sich Zeit f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch mit dort demonstrierenden Punkern, die \u201eWolle\u201c dann mit Applaus verabschiedeten. Das schafft nicht jeder, dabei w\u00e4re es so n\u00f6tig! Sch\u00e4uble verf\u00fcgt auch \u00fcber eine ausgepr\u00e4gte Selbstironie, so wenn er beispielsweise angesichts der immer wieder aufbrechenden Debatte um seine Rolle als potentieller Nachfolger Kohls meinte, er habe \u201ekeine Lust, zum Prinz Charles der deutschen Politik zu werden\u201c. Wie \u00fcberhaupt so manche Formulierung ebenso gelungen wie humorvoll sind, so wenn er Regieren als \u201eein Rendezvous mit der Realit\u00e4t\u00ab beschreibt oder sich \u00fcber \u201edie ewige deutsche Betroffenheitsschickeria\u201c mokiert. Der f\u00fcr mich herrlichste Satz in dem gesamten Buch ist jedoch die Umschreibung seines Amtsverst\u00e4ndnisses als Chef des Kanzleramts unter Helmut Kohl: \u201eZum anderen habe ich nicht nur reagiert, also darauf gewartet, wann er etwas von mir wollte, sondern bin selbst aktiv geworden, um Dinge anzusto\u00dfen. Der Grundsatz, der mich dabei leitete, l\u00e4sst sich nicht auf eine scharfe Formel bringen. Ich habe es stets so erkl\u00e4rt: Ich orientiere mich daran, was der Kanzler wollen k\u00f6nnte, wenn er es richtig verstehen oder sich ausf\u00fchrlich damit besch\u00e4ftigen w\u00fcrde. Das ist gar nicht despektierlich gemeint. Als Generalist musste er gar nicht jedes Detail kennen, und ich h\u00e4tte auch nicht seine Zeit verschwenden wollen, um ihn mit jeder Kleinigkeit zu konfrontieren\u201c. Sch\u00e4uble hat in seiner langen Karriere verschiedene Spitzen\u00e4mter mit sehr unterschiedlichen Anforderungen nicht nur formal, sondern auch inhaltlich mit eigener Akzentsetzung ausgef\u00fcllt und auch gegen Widerst\u00e4nde immer wieder versucht, neue Wege zu gehen. So zum Beispiel mit der Islam-Konferenz. Er zitiert dabei Navid Kermani mit dem Satz, dass wer \u201edie Feinde der offenen Gesellschaft bek\u00e4mpft, indem<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":1964,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[53],"tags":[122],"class_list":["post-1969","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-s","tag-schaeubleerinnerungen-cdu-deutschegeschichte-klettverlag-hilmarsack-jenshacke"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1969"}],"collection":[{"href":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1969"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1969\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1970,"href":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1969\/revisions\/1970"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1964"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1969"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1969"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/buecher-books-libros.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1969"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}